1897 - 1929 Braumeister Michael Kirschner (Text: Jochen Niedermeyer) Am 09.07.1897 unterschrieben A.P. Andresen, C.C. v.Eitzen und Michael Kirschner den Arbeitsvertrag. Zunächst arbeitete Michael Kirschner bei der Flensburger Export-Brauerei. Nach dem Zusammenschluss mit der Flensburger Actien-Brauerei wurde er Braumeister in der neugegründeten Flensburger Brauereien A.-G. Im Gefolge des “Schwarzen Freitag” in Amerika im Oktober 1929 brach auch die Flensburger Brauereien AG wirtschaftlich zusammen. Die Aktionäre verloren zusehends ihr Geld. Der damalige Braumeister Michael Kirschner fand für sich nur den Ausweg im Freitod. Sein Nachfolger wurde Karl Kirschner, trotz gleichem Namens nicht verwandt mit ihm. In dem Zeitraum von ca. 1850 bis ca. 1950 sind uns bereits 12 Braumeister im Raum Bayern mit dem Namen Kirschner bekannt! 1929 - 1943 Braumeister und 1950 - 1969 technischer Direktor Karl Kirschner (Text: Jochen Niedermeyer, Quellen: Christiane Napierala + 125Jahr-Chronik) Karl Kirschner wurde am 06.05.1900 in Ebersberg / Oberbayern geboren. Ende1914 zog er für die deutschen Truppen in den Krieg. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs nahm er seinen Schulbesuch wieder auf und erlernte anschließend wie sein Vater Karl und auch sein Großvater Karl, die beide in der Schlossbrauerei in Ebersberg arbeiteten, das Brauhandwerk. 1923 ging er als Braumeister nach Italien, um das Geld für ein Studium in Weihenstephan zu verdienen. Er übernahm in Vicenza in einer Privatbrauerei die Aufgabe des Braumeisters. Überraschend starb der damalige Chef, so dass ihm neben der technischen Leitung nun auch die kaufmännische Leitung übertragen wurde. Emil Petersen und Karl Kirschner waren beide Aktionäre der Flensburger Braue- reien AG. In den witschaftlich schweren Zeiten wird der Braumeister Karl Kirschner 1931 vom Aufsichtsrat in den Vorstand berufen. Ein Jahr später folgte Emil Petersen in den Aufsichtsrat und übernahm die kaufmännische und Karl Kirschner die tech- nische Leitung der Brauerei. Sie waren zwei starke, aber verschiedene, jedoch mit gegenseitigem Respekt versehende Charaktere. Karl Kischner war Miteigentümer bis 1933. Heinrich Petersen, der Bruder vom Emil Petersen und Dr. jur. Paul Steffen kauften seine Anteile. Die Anteile von Heinrich Petersen wurden später an die Fam. Dethleffsen verkauft. In diesem Jahr wurde dann auch Emil Petersen Vorstandsmitglied. Zu dieser Zeit wurde der Lohnbrauvertrag mit der Kieler Brauerei “Zur Eiche” gekündigt und die Brauerei braute wieder selbst. (siehe Zeitungsanzeige rechts) Die Vorstellung über die weitere Entwicklung der Brauerei war zwischen den beiden Vorstandsmitgliedern Emil Petersen und Karl Kirschner zu unterschiedlich und 1937 schied Karl Kirschner aus dem Vorstand aus, er behielt aber seine Funktion als Technischer Direktor.                             1937 wurde die “Flensburger Brauereien Emil Petersen & Co. KG” gegründet, in der weiterhin Vorstandsmitglied Emil Petersen die kaufmännische und Karl Kirschner die technische Leitung inne hatten. Bis 1942 änderte sich hieran nichts. Dann wurde jedoch durch das Regime ein Gesetz verkündet, mit dem je Unternehmen nur noch eine leitende Person erlaubt war. Da Emil Petersen und seine Familie die Mehrheit der Aktien besaßen, wurde Emil Petersen als alleiniger Geschäftsführer, als “unabkömmlich” gestellt, und dies bedeutete für Karl Kirschner das Ende seiner Mitwirkung bei der Flensburger Brauerei. Er wohnte noch bis zum Juli 1943 in einer Dienstwohnung der Flensburger Brauerei am Munketoft. 1950 stellte Emil Petersen den Braumeister Karl Kirschner wieder als technischen Direktor der Flensburger Brauerei ein. Zu dieser Zeit war Eberhard Lang der Braumeister. Die Tätigkeit als technischer Direktor übte Karl Kirschner noch bis zu seinem Herzinfarkt im Jahr 1969 aus. Kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres wurde er aus dem Unternehmen entlassen. Karl Kirschner verstarb am 09.11.1980 in Flensburg.  
Zeitungsanzeige vom 24.06.1933
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